Wachpersonal statt Kameras

KREFELD MITTE. Die Jungen Liberalen Krefeld (JuLis) sind von den erneuten Übergriffe auf einen Straßenbahnfahrer der SWK schockiert. Eine Videoüberwachung in Krefelds öffentlichen Verkehrsmitteln halten sie jedoch für kontraproduktiv.

„Eine Videoüberwachung hätte diesen Gewaltausbruch nicht verhindern können. Sie vermittelt den Fahrgästen nur ein Gefühl der Scheinsicherheit, kann aber weder aktiv in das Geschehen eingreifen, noch vor Übergriffen schützen“, erklärte die JuLi-Kreisvorsitzende JOANA HORCH. „Die SWK versucht nun, mit der Installation von Kameras die Gemüter der Seidenstädter zu beruhigen, statt wirklich zu handeln und mehr Wachpersonal einzustellen. Nur Sicherheitskräfte hätten dem Fahrer direkt vor Ort beistehen können. Das ist bedauerlich, schließlich verfügen die Stadtwerke offenbar über genügend Geld, um ein marodes Stadtbad zu finanzieren oder als Großsponsor bei unzähligen Veranstaltungen aufzutreten. Gleichzeitig sparen sie jedoch am Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Krefelder Fahrgäste.“

„Natürlich müssen die Täter gefunden werden, doch einzig Schutz und Abschreckung können Gewaltausbrüche verhindern. Überwachungskameras klären hingegen nur auf. Dafür eröffnen sie ganz neue Gefahren: Die Stadtwerke könnten ihre Fahrgäste theoretisch auf Schritt und Tritt verfolgen. Die bisherige Privatsphäre in allen Straßenbahnen und Bussen wäre abgeschafft, die Freizügigkeit im Stadtgebiet Makulatur. Durch die Videoüberwachung zahlt jeder Fahrgast mit der Einschränkung seiner Bürgerrechte einen hohen Preis! Und das für einen minimal kleinen Effekt“, so HORCH abschließend.