Problemzönchen Schwimmbad

KREFELD. Die Jungen Liberalen Krefeld halten die Forderung der SPD nach Frauenbadezeiten für diskriminierend, unvertretbar und gesellschaftlich längst überholt. Die Stadt München verweise zwar auf circa 170 regelmäßige Schwimmerinnen an Frauenbadetagen, doch ob diese Zahl nicht auch ohne solch separierende Maßnahmen erreicht würde, ist keineswegs klar.

Die JuLi-Kreisvorsitzende Joana HORCH bemerkte dazu: „Über Jahrzehnte hinweg war ein zentrales Anliegen von Arbeiterbewegungen – insbesondere der SPD – die gesellschaftliche Gleichstellung und Emanzipation der Frau. Zum Glück haben wir in Deutschland mittlerweile eine offene, tolerante und gleichberechtigte Gesellschaft erreicht. Die Geschlechtertrennung in Schulen, Freizeiteinrichtungen und der Arbeitswelt gehört glücklicher Weise der Vergangenheit an.“

„Diese Errungenschaft möchten die Sozialdemokraten nun kleinteilig und durch positive Diskriminierung nur eines Geschlechts wieder abschaffen. Aus liberaler Sicht wäre dies eine große Gefahr für die Gleichwertigkeit von Männern und Frauen“, so Landtagswahlkandidatin HORCH weiter. „Es kann nicht sein, dass wir eine Benachteiligung der Frau völlig zu Recht ächten, eine Übervorteilung aber von Seiten der Politik sogar noch befördern. Hier gilt der Grundsatz: Entweder Schwimmbäder für alle oder aber separierende Badetage für alle. Wo das hinführen würde ist klar. Weitere Vorschläge könnten Badetage für Männer, für Senioren, für Übergewichtige – und natürlich auch für Untergewichtige – für Muslime, für Christen oder für Tätowierte sein.“

„Traurig ist auch das Menschenbild, welches SPD-Ratsfrau Anke Drießen-Seeger ihrem Vorschlag zu Grunde legt: Statt Menschen durch eine abgeschottete Bademöglichkeit in ihren Schönheitskomplexen noch zu bestätigen, sollte man ihnen vielmehr zu einem stärkeren Selbstvertrauen verhelfen. Denn ein isoliertes Leben mit Angst vor den Augen und Ohren anderer Gesellschaftsmitglieder, befördert eher Parallelwelten statt einer gemeinsamen und solidarischen Gesellschaft“, ergänzte HORCH.

Abschließend sagte sie: „Es wäre viel sinnvoller zu überprüfen, ob die allgemeine Schwimmzeit für Krefelds Bürger wirklich ausreicht. Möglicherweise besteht eine große Nachfrage für frühere oder spätere Öffnungszeiten, die wir als Liberale natürlich begrüßen würden.“